Training

Positionsphasenmodell

Wir werden nach dem Vorbild des Positionsphasenmodells oder Bewegungsablauftraining durch unseren Trainer Alexander Triller trainiert. Natürlich ist das Bogenschießkorsett auch für uns verbindlich allerdings gibt es klitzekleine Abweichungen die für uns sehr wichtig und zielfördernd sind. Das Grundgerüst für das Bogenschießen wenden wir genauso an wie alle sehenden oder die Spitzensportler.


4-Stufen-Modell


  • Stufe 1:

Die erste Frage, die sich stellt, ist: Wie sollen blinde und sehbehinderte Menschen grundsätzlich Bogenschiessen können? Die Antwort lautet: Wie jeder andere Mensch auch!
Die richtige Körperhaltung, das richtige Plazieren der Füße, die optimale Armhaltung und passende Kopfneigung, das bequeme und sichere Hantieren mit dem Bogen - all das führt zu erfolgreichem Bogenschiessen bei blinden Menschen, wie bei Sehenden eben auch.
Einziger "Unterschied": Der beobachtende Begleiter -im Idealfall ein im Bogenschiessen Kundiger - überprüft die o.g. Details der Haltung, berichtigt gegebenenfalls wiederholt die Details und teilt der übenden Person mit, wann der Schuss gelöst werden kann.
In dieser ersten Trainingsphase der Grundlagenkenntnisse ist es praktikabel einen Übungsbogen mit "0"-Zuggewicht zu verwenden. Ebenso steht dabei nicht das "Treffen im Vordergrund, sondern das beständige Einüben des immer gleichen Bewegungsablaufes. Hierbei ist ein Pfeilfang oder eine Scheibe in einer Entfernung von 2 - 3 m notwendig, wenn nicht mit Übungsbogen, sondern echtem Pfeil und Bogen geübt werden sollte!

  • Stufe 2:

In der zweiten Phase des Lernprozesses, nach vielen Stunden, Tagen oder Wochen der Einheiten des Einübens von Schussabfolge und das Erspüren der individuell passenden Körperhaltung, bis "es sitzt", erfolgt der nächste vertiefende Schritt.
Um dem/der Bogenschützen/-in zu ermöglichen, die annähernd korrekte Höhe und Ausrichtung zum Ziel einzunehmen, um ins Scheibenzentrum zu treffen, benötigt man eine "Richthilfe".
Diese Hilfe kann sein: Ein dreibeiniges Stativ, eine in der Höhe verstellbare Teleskopstange oder einfach irgendetwas, das es standsicher ermöglicht, an dessen Ende einen kleinen Ball/Schaumstoff/Stoffballen/Gummischlauch zu befestigen. An dieser befestigten Ausrichtungsmarke kann sich nun der/die Bogenschiessende mit dem 1. und 2. Fingerknöchel der Bogenhand orientieren.
So ist einigermaßen sichergestellt, dass der/die Schütze/-in die gewünschte Zielausrichtung auch selbst durch Empfinden "überprüfen" kann, auch wenn die endgültige ideale und individuelle Höhe des Bogenarms bzw. die Höheneinstellung der Richthilfe mit Hilfe des Begleiters erfolgen muss. Eine spätere Verstellung der Richthilfe aus Versehen sollte in jedem Fall ausgeschlossen werden.
Auch hier steht das "Treffen" noch nicht im Vordergrund. Ebenso ist der Pfeilfang oder die Scheibe wieder in einer Entfernung von 2 - 3 m aufzustellen oder mit Übungsbogen mit "0"Zuggewicht zu trainieren.

  • Stufe 3:

In der vorbereitenden Schlussphase auf das eigentliche Bogenschiessen muss sowohl vom blinden Schützen als auch vom Begleiter äußerst exakt auf die Körperhaltung und den Bewegungsabfolge geachtet werden. Jede noch so kleine Abweichung oder unwillkürliche Körperbewegung (Schulter, Bogenarm, Zughand, Beine/Füße) kann einen fehlgehenden Schuss bedeuten.
Diese letzte Ausbildungseinheit ist die schwerste. Es müssen penibel genau die geringsten Einzelheiten beobachtet werden, um dem/der blinden Schützen/-in rückzumelden, dass er/sie immer und immer wieder genau die gleichen Bewegungen ausführen kann.
Spätestens ab dieser Ausbildungsstufe schießt der/die blinde Bogenschütze/-in mit echten Pfeilen und Sportbogen, die "Trefferlage" bekommt mehr Gewicht. Ein echter Pfeilfang oder die Scheibe ist wieder in einer Entfernung von 2 - 3 m aufgestellt.
Nach der 'Aufwärmphase' wird von den Blinden auf 6 m, von den Sehbehinderten aus 9 m Entfernung auf die Scheiben geschossen. Angestrebtes Endziel ist - wie andere internationale Verbände für Blindensport für sich gewählt haben - die 30m-Marke. Es kann aber auch jede andere anspruchsvolle Distanz bis 30 m gewählt werden, je nach Stand der Fähigkeiten der Schützen. Die Zielscheiben sollten mindestens einen Durchmesser von 60 cm haben.

  • Stufe 4:

In der vierten Ausbildungsstufe schießt der Schütze völlig eigenständig mit Pfeil und Bogen. Sein Begleiter befindet sich hinter dem jeweiligen Zugarm der/des Bogenschiessenden und gibt nur eine Rückmeldung, bei welchem Punktewert und Position der Pfeil auf der Scheibe getroffen hat. Als Beispiel: "Eine 6 auf 2 Uhr".
Es kann in der Mitte der Zielscheibe z.B. ein Plastikdeckel befestigt werden. Dadurch ist es für die/den Schützin/-en möglich, einen Volltreffer selbst "zu erleben". Wenn eine komplette, dünnflächige Kunststoffplatte unter die Zielauflage angebracht wird, ist sogar möglich, dass die komplette Schussabfolge selbst ausgewertet werden kann, da man hört, in welcher "Ecke" der Pfeil die Platte durchlöchert hat.
Besonders diese, nach einiger Zeit gewohnte Möglichkeit, sich selbst überprüfen zu können und nur noch in sehr geringem Maß den Begleiter zu benötigen, bedeutet für die Selbstständigkeit und das eigene Selbstwertgefühl eine immense Befriedigung. Nicht nur für blinde Menschen, nicht wahr?

Diese Geräusche des Erfolgs, verbunden mit der Erkenntnis, es selbst geschafft zu haben, können durchaus zu einem dauerhaften Wunsch, wenn nicht gar zu einer regelrechten Sucht werden!

Trainingszeiten

MONTAG-MITTWOCH-FREITAG

11:00- 13Uhr

SONNTAG

15-17 Uhr

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